Anonym vs. pseudonym

Screenshot netzpolitik.org

Das Blog netzpolitik.org berichtet unter dem Titel „Weitere Studie belegt Lüge ‚anonymer‘ Daten“ über eine Studie in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature, die Probleme bei der Anonymisierung beschreibt. Durch Streichung der Namen erreiche man keine Anonymität, sondern in lediglich Pseudonymität.

Veröffentlicht von

Knut Wenzig

Diplom-Sozialwirt Univ., arbeitet am DIW Berlin im Forschungsdatenzentrum des Sozio-oekonomischen Panels.

4 Gedanken zu „Anonym vs. pseudonym“

  1. Danke, Knut. Nach der Lektüre der Artikel habe ich den Eindruck, da wird viel durcheinander geschmissen. Und ich frage mich, ob hier auch eine Lektion für uns scientific-use-file-Produzenten steckt? Oder ist das ein Problem der Datenhändler (und anderer Datenschleudern?)

  2. Ich glaube, dass das in zweierlei Hinsicht für uns von Bedeutung ist. Zunächst ganz direkt, weil wir sehr viele Merkmale unserer Befragten (an die Wissenschaft) weitergeben. Aber auch auf einer Metaebene, weil dieser Diskurs natürlich auch unsere Befragten erreicht.
    Was meinst Du, wird nicht angemessen differenziert?

    1. Meta-Ebene: klar.
      Anonyme Daten: klar ist das eine Lüge wenn ich a) nur naiv den Namen entferne und sonst alles drinlasse und b) eine zweite Liste mit den Namen und wichtigen Merkmalen habe. Die brauche ich ja auch erst mal und muss diese dann illegal mit den (Forschungs-)Daten verknüpfen.
      Ohne a) und b) werden anonyme Daten nicht plötzlich identifizierbar.

      1. Aus meiner Sicht ist die kritische Frage, die man sich stellen muss: „Mit welchem zusätzlichen Wissen sind Befragte zu identifizieren?“ Beispiel: Ich habe einen neuen Nachbarn, der erzählt mir seine bisherigen Wohnorte mit Umzugsjahren und dass er in einer bestimmten Panelstudie mitmacht. Dann werde ich den sehr wahrscheinlich re-identifizieren können, wenn ich Zugang zu den Scientific Use Files habe.

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